Die umfassende Familienhilfe hat bereits mehr als 72.000 Einwohner des Landes erreicht.

Wenn Hilfe im ganzen Land verfügbar wird, verändert sich das Leben der Menschen – dies zeigt eines der größten Sozialprojekte in Litauen, „Comprehensive Services (KOPA)“, das auf halbem Weg bereits mehr als 72.000 Einwohner erreicht hat.

Das mit Mitteln der Europäischen Union finanzierte Projekt mit einem Gesamtvolumen von 60 Millionen Euro wird bis Mitte 2029 laufen. Ziel ist die Stärkung der präventiven psychosozialen Unterstützung für Familien und Einzelpersonen in ganz Litauen.

„Umfassende Familiendienstleistungen sind kostenlos und stehen allen Einwohnern des Landes in verschiedenen Lebenslagen oder Krisensituationen zur Verfügung. Sie umfassen Einzel- und Gruppenberatungen, Selbsthilfegruppen, Elternkurse, Familienmediation sowie Kurse zur Entwicklung sozialer Kompetenzen für Kinder und Jugendliche“, erklärt Jurgita Lazauskienė, Expertin für die Aktivitäten der Agentur des Europäischen Sozialfonds. Sie fügt hinzu, dass Einzelpersonen oder Familien nicht nur eine, sondern mehrere sich ergänzende Leistungen in Anspruch nehmen können. Die Dienstleistungen werden von qualifizierten Fachkräften erbracht – Psychologen, Sozialarbeitern, Jugendbetreuern, Mediatoren, Kunsttherapeuten usw.

Präventive Maßnahmen zielen darauf ab, rechtzeitig Hilfe zu leisten und tieferliegende Probleme zu verhindern, da Schwierigkeiten oft schwerwiegender werden, wenn sie nicht rechtzeitig gelöst werden oder wenn die Betroffenen versuchen, sie allein zu bewältigen, weil professionelle Hilfe schwer zugänglich oder zu teuer ist.

Die Zielgruppe des Projekts besteht größtenteils aus Einwohnern im erwerbsfähigen Alter und Familien mit Kindern. Laut dem Projektexperten trägt es damit zur Umsetzung einer der wichtigsten politischen Leitlinien des Ministeriums für Soziale Sicherheit und Arbeit der Republik Litauen bei – der Familienhilfe.

Unterstützungsnetzwerk – in ganz Litauen

Laut Umfragen der Zentralen Projektmanagementagentur aus den Jahren 2024 und 2025 geben 87 Prozent der Leistungsempfänger an, dass ihnen die erhaltene Unterstützung tatsächlich bei der Lösung ihrer Probleme geholfen hat. Besonders geschätzt werden die Professionalität der Fachkräfte, die praxisnahen Ratschläge und die Möglichkeit, neue, im Alltag anwendbare Fähigkeiten zu erwerben.

Das Modell des Projekts „Integrierte Familiendienste“, bei dem die Dienstleistungen auf nationaler Ebene angeboten werden, hat auch internationale Aufmerksamkeit erregt – eine Delegation der Europäischen Kommission, die nach Litauen kam, interessierte sich dafür, wie dieses integrierte Dienstleistungssystem funktioniert, das ein Beispiel für andere europäische Länder werden könnte.

Monatlich werden rund 1.000 Aktivitäten in verschiedenen Städten organisiert, und in der ersten Hälfte der Projektlaufzeit wurden fast 900.000 Stunden an Dienstleistungen geleistet. Um sicherzustellen, dass die Angebote möglichst viele Einwohner erreichen, werden bei Bedarf zusätzliche Maßnahmen ergriffen, beispielsweise die Organisation von Transporten und die Sicherstellung einer Kinderbetreuung während der Veranstaltungen. Dadurch erhalten auch diejenigen Unterstützung, die sonst nur schwer Zugang dazu hätten.

Das Projekt widmet sich intensiv aktuellen gesellschaftlichen Problemen: Scheidung, Familienkrisen, Überwindung von Suchterkrankungen, Fällen von Wochenbettdepression, Einsamkeit sowie der Stärkung der emotionalen Widerstandsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen.

„Veränderungen beginnen oft mit einer einzelnen Person, beeinflussen aber bald die gesamte Familie und das unmittelbare Umfeld“, sagt J. Lazauskienė.

Das KOPA-Projekt wird gemeinsam mit 70 Partnern im ganzen Land in Zusammenarbeit mit den Gemeindeverwaltungen, dem Ministerium für Soziale Sicherheit und Arbeit sowie dem Methodologischen Zentrum für Komplexe Familiendienste durchgeführt – diese breite Partnerschaft gewährleistet, dass die Hilfe verschiedene Regionen erreicht und auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Menschen vor Ort zugeschnitten ist.

Die Dienstleistungen in den einzelnen Gemeinden werden von den Community Family Homes koordiniert, die bei Bedarf kontaktiert werden können (Kontaktliste).

Das Projekt „Comprehensive Services (KOPA)“, dessen Ziel es ist, die Bereitstellung und Weiterentwicklung umfassender Familiendienstleistungen für Angehörige der Zielgruppe in allen litauischen Gemeinden sicherzustellen, wird durch die Strukturförderung der Europäischen Union „Europäischer Sozialfonds +“ für den Zeitraum 2021–2027 und die Kofinanzierung der Strukturförderung der Europäischen Union für den Zeitraum 2021–2027 finanziert.

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